In 2015 stellt das Land Hessen Mittel zum Einsatz innovativer Techniken und Verfahrensweisen bereit, die die Belastung von Grund- und Oberflächengewässern verringern können. Im Maßnahmenraum Burghaun kamen die Gülleschlitztechnik im Grünland, ein Güllegrubber sowie ein Mulcher zum Einsatz.

Rapsstoppel und -aufwuchs mulchen

Neben phytosanitären Aspekten ist das Mulchen der Rapsstoppel auch aus Sicht des Grundwasserschutzes zu empfehlen. Raps hinterlässt aufgrund der Pflanzenmasse, die nach der Ernte auf der Fläche verbleibt, meist hohe Reststickstoffgehalte, sodass häufig ein hoher Herbst-Nmin gemessen wird. Der dem Raps folgende Winterweizen verwertet im Herbst nur geringe Mengen N und die Gefahr der Nitratverlagerung in das Grundwasser steigt. V.a. wenn nach der Ernte eine Bodenbearbeitung stattfindet wird durch die Bodenbelüftung ein zusätzlicher Mineralisationsschub gefördert und der Herbst-Nmin steigt. Durch den Mulchereinsatz bei gleichzeitiger Bodenruhe kann der Herbst-Nmin dadurch reduziert werden, dass die N-Mineralisierung vermindert wird und der Ausfallraps besser aufläuft und überschüssiges N in seiner Pflanzenmasse bindet. Häufig wird der Ausfallraps vor der folgenden Bestellung mit Glyphosat bekämpft, das zunehmend im Grundwasser nachgewiesen wird. Um auf den Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels verzichten zu können wird auch das Mulchen von Ausfallraps empfohlen.

Die Aussaat der Folgefrucht sollte so spät wie möglich erfolgen, um starke Mineralisationschübe durch die Saatbettbereitung zu verhindern.

Mulcher im EinsatzDer eingesetzte Mulcher im Einsatz. Er hat eine Arbeitsbreite von 4,5m.

RapsaufwuchsObiges Bild zeigt das Auflaufen des Ausfallraps' nach Mulchereinsatz (links und rechts) und Bodenbearbeitung (mittlerer Streifen).

Gülleschlitztechnik im Grünland

Die Gülleschlitztechnik ermöglicht die verlustarme Gülleausbringung, indem der Wirtschaftsdünger in ca. 2-5 cm tiefe Schlitze gelegt wird. Dadurch wird die Gülle schneller vom Boden aufgenommen und Ammoniakemissionen werden verringert, sodass die Nährstoffausnutzung der Gülle verbessert wird. Ammoniakemissionen tragen zudem zur Feinstaubelastung und v.a. zur Eutrophierung nicht landwirtschaftlich genutzer Gebiete (z. B. Naturschutzgebiete) und Oberflächengewässer bei. Ein Nebeneffekt ist die deutlich reduziertere Geruchsbelastung, die v.a. in der Nähe von Ortschaften von Relevanz ist.

Im Maßnahmenraum kam ein Holmer einer Arbeitsbreite von 7,60 m zum Einsatz. Durch Breitbereifung und sogenanntem Hundegang wird das Fahrzeuggewicht zusätzlich so gut wie möglich verteilt.

Aufgrund der ungewöhnlichen Trockenheit konnte teilweise nicht tief genug geschlitzt werden, sodass die Gülle teilweise unvollständig in den Schlitzen versenkt wurde (Bild oben). Auf feuchteren oder leichten Standorten (z. B. Auewiesen) stellte die Trockenheit ein geringeres Problem dar (unteres Bild).

Gülleinjektion

Vor der Raps- und Zwischenfruchtbestellung kam im Maßnahmeraum ein Selbstfahrer (Vredo) mit Gülleinjektionsgerät zum Einsatz. Die Gülle wird in etwa 10 bis 15 cm Tiefe streifenförmig abgelegt. Dadurch ist die Gülle direkt eingarbeitet, sodass Ammoniakemissionen minimiert werden. Es entstehen keine N-Verluste, wodurch der Mineraldüngereinsatz reduziert werden kann.

Betankung am Feld

Das Gülleinjektionsgerät im Einsatz

Detailansicht des Güllegrubbers

Aktuelles

29.06.2018

Der Zwischenfruchtanbau liefert einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz! Was Zwischenfrüchte sonst noch können und was bei ihrem Anbau zu beachten ist, erfahren Sie hier (PDF)

 

19.04.2018

Das Wintergetreide, vornehmlich Wintergerste, befindet sich meist in BBCH 30/31. Die 2. N-Gabe sollte jetzt gegeben werden. Zur Orientierung: Bis zum Schossbeginn sollten insgesamt etwa 110 kg N/ha ausgebracht worden sein. Bei einer 1. Gabe von beispielsweise 60 kg N/ha sollte die 2. Gabe in Höhe von 50 kg N/ha gegeben werden. Gülle ist dabei ausreichend zur berücksichtigen (Faustzahl Anrechnung Rindergülle: 55% des Gesamt-N, flüssige Gärreste: 85% des Gesamt-N). Weitere Infos sind im Rundschreiben zu finden. Der N-Düngebedarf nach Dügebedarfs-
ermittlung darf nicht überschritten werden!

 

07.03.2018

Rundschreiben 01/18

- Nmin-Werte im Frühjahr 
  2018
- Vergleich Herbst-Nmin  
   2017 und
   Frühjahrs-Nmin 2018
- Düngeempfehlungen
  2018
- Hinweise zur neuen
  Düngeverordnung

Hier finden Sie weitere Infos

 

07.12.2017

Ein Merkblatt zur Neuen Düngeverordnung finden Sie hier.

 

05.10.2017

Seit dem 03.10.2017 gilt die neue Klärschlamm-verordnung (AbfKlärV). Das Ausbringen von Klärschlamm in Wasser-schutzgebieten (Zonen I-III) ist damit ab sofort verboten. Weitere Informationen sind auf den Internetseiten des Bundes-umweltministeriums zu finden.

 

12.09.2017

Sperrfristen: Eine Übersicht über die Sperrfristen zum Ausdrucken ist hier (PDF) zu finden.

 

21.08.2017

Die neue Düngeverordnung (DüV) sieht wichtige Neuerungen vor. Hier finden Sie weitere Informationen zur Herbstdüngung.

 

 18.08.2017

Die Ausbringung organischer Düngemittel zur Wintergerstensaat führt regelmäßig zu hohen N-Überschüssen im Herbst. Ein Düngebedarf besteht in der Regel nicht. Deshalb sollten jegliche Güllegaben zu Wintergerste unterbleiben. Organische Düngemittel sind vorrangig zu Zwischenfrüchten, Winterraps und auf Grünland/Feldgras auszubringen.

 

30.06.2017

Rundschreiben 02/17:
N-Düngung nach der Ernte, nachernte-Management, Fruchtfolge und Grunddüngung.
Hier finden Sie weitere Infos

 

05.04.2017

Weitere Nmin-Untersuchungen bestätigen das hohe Niveau der Frühjahrs-Nmin-Untersuchungen. Hier finden Sie weitere Infos.

 

24.03.2017

Aktuelle Boden-wasserhaushalts-berechnungen zeigen, dass die Niederschläge seit Nmin-Probenahme Mitte Februar auf lehmigen Standorten kaum zu Nitrat-Verlagerung geführt haben (ca. 5 cm). Lediglich unter sandigen Standorten kam es zu einem geringen Sickerwasseranfall und zu Verlagerungen von bis zu 30 cm. Auf Standorten mit mindestens mittlerer Feldkapazität ist nicht davon auszugehen, dass nennenswerte Nitratmengen ausgewaschen wurden. Grundlage der Berechnung sind insgesamt 60 mm Niederschlag seit Mitte Februar.